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China, Europa und die KI: Zwei Wege zur Energiewende

 

Digitalisierung. China steuert seine Energiewende mit künstlicher Intelligenz, während Europa noch mit Datenfragmentierung, Regulierung und Tempo ringt. Ein Einblick in Entwicklungen im Reich der Mitte. Maik Neubauer gibt Einblicke im Artikel der ZfK

In China tickt der Strommarkt in ersten Pilotregionen bereits im Minutentakt. Während europäische Intraday-Märkte noch mit 15-Minuten-Intervallen arbeiten, strebt China perspektivisch eine landesweite Gate-Closure-Periode von einer Minute an. Möglich ist das, weil künstliche Intelligenz dort nicht als Randwerkzeug gilt, sondern als zentrales Steuerungsinstrument des gesamten Energiesystems. Einer, der diese Entwicklung seit Jahren beobachtet, ist Maik Neubauer, Managing Partner bei AXXCON. Das ehemalige EEX-Vorstandsmitglied ordnet im Gespräch mit der ZFK ein, warum China beim Zusammenspiel von Erneuerbaren, Märkten und Netzen deutlich schneller vorankommt als Europa. In China werde KI zentralisiert zum »Betriebssystem der Energiewende« ausgebaut, sagt Neubauer. In Europa bleibe sie bislang vor allem Analyse- und Simulationstool. 

Der große Plan bis 2060

Die China-Energy-Transformation-Outlook 2025-Studie zeigt, wohin die Reise geht. Bis 2060 soll das Energiesystem nahezu vollständig elektrifiziert und auf Erneuerbare umgestellt werden. Wind und Solar sollen dann rund 77 Prozent der Stromerzeugung liefern, Erneuerbare insgesamt etwa 92 Prozent. Kohle verliert deutlich an Bedeutung und bleibt vor allem als Flexibilitätsanker im System. Parallel wächst die Rolle der digitalen Infrastruktur. Energie und KI mussten »tief integriert« werden, um Netze stabil zu halten, Märkte effizient zu steuern und Rechenleistung mit grünem Strom zu koppeln.

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Quelle: ZfK, Ausgabe 02/2026, Februar 2026