KI-Kenntnisse sind in der Energiewirtschaft bei Neueinstellungen noch selten ein hartes Auswahlkriterium. Doch ihre Bedeutung wächst. Das zeigt eine nicht repräsentative Umfrage unter 27 Teilnehmenden. Dort gaben 41 Prozent an, KI-Fähigkeiten werden bei der Einstellung von Nachwuchskräften zunehmend wichtiger, seien aber noch kein Muss. Weitere 33 Prozent halten KI-Kenntnisse für wünschenswert, aber nicht ausschlaggebend. Nur sieben Prozent sehen dieses Know-how bereits als entscheidendes Einstellungskriterium. Ebenfalls sieben Prozent setzen eher auf interne Weiterbildung. Elf Prozent gaben an, KI-Kompetenz spiele bei Neueinstellungen bisher keine Rolle.
Die Zahlen zeigen eine Übergangsphase. Die Branche sucht nicht für jede Stelle KI-Spezialistinnen und KI-Spezialisten. Sie erwartet aber zunehmend Menschen, die mit KI umgehen lernen wollen. Wichtiger als einzelne Werkzeuge wird ein Grundverständnis dafür, wo künstliche Intelligenz sinnvoll eingesetzt werden kann, wie Ergebnisse geprüft werden müssen und wo Verantwortung nicht an Maschinen delegiert werden darf.
Diese Einschätzung teilt auch Carsten Pitschke, Leiter Personal der Stadtwerke Düsseldorf. Die Relevanz von KI sei je nach Funktion sehr unterschiedlich. Zwischen Tiefbau und Data Analytics lägen große Unterschiede. Zugleich gelte aber: Es werden immer mehr Jobs, in denen KI eine Rolle spielt oder spielen wird.“ Praktische Erfahrungen seien hilfreich. Entscheidend sei jedoch vor allem die Bereitschaft, mit KI zu arbeiten und sich entsprechende Fähigkeiten aktiv zu erschließen.
Auch die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft, kurz LVV, sieht KI-Kompetenz nicht als formale Hürde im Recruiting. Susann Planert, bei der Leipziger Gruppe für strategische Personalgrundsatzfragen zuständig, formuliert es so: „KI-Kompetenz ist für uns kein formales Ausschlusskriterium im Recruiting, aber auch nichts, was wir einfach ins Onboarding verschieben.“ Erwartet würden Offenheit und Neugier gegenüber digitalen Technologien. Die konkrete Befähigung im Umgang mit KI verstehe die Leipziger Gruppe als gemeinsame Entwicklungsaufgabe im Unternehmen.
Quelle: Zeitung für kommunale Wirtschaft, Juni 2026


