Die teuersten Fehler kommunaler Energieversorger – und wie man sie vermeidet

Von der Digitalisierung versprechen sich Stadtwerke einen Befreiungsschlag. Oftmals explodieren jedoch die Kosten und der Durchbruch bleibt aus. Woran das liegt und wie es besser geht. Ein Gastbeitrag von Michael Brzoska und Georgios Matthaiou in der ZfK. 

Die Lage bei Stadtwerken und kommunalen Energieversorgern spitzt sich weiter zu: Sinkende Margen, steigende regulatorische Anforderungen und wachsender Investitionsdruck treffen auf Organisationen, die operativ bis an die Belastungsgrenze ausgelastet sind. Eine logische Reaktion darauf ist der Ruf nach mehr IT: Prozesse digitalisieren, Systeme modernisieren, manuelle Abläufe automatisieren. Auch Dienstleister locken mit Cloud-Migration, KI-gestützten Prognosewerkzeugen, Smart-Meter-Integration und Direktvermarktungsplattformen, die den großen Befreiungsschlag bringen sollen.

Der Impuls, moderne IT stärker zu nutzen, ist richtig und alternativlos. Allerdings lässt die Umsetzung häufig zu wünschen übrig. So zeigen sich gerade in kleinen und mittleren EVUs immer wieder dieselben Fehler, die die digitale Transformation ausbremsen und zugleich die IT-Kosten in die Höhe treiben. Die Beschaffung orientiert sich an Branchentrends und Marketingversprechen statt an der eigenen Ausgangslage. Investitionsentscheidungen werden ohne validen Business-Case getroffen. Oftmals fehlen zwar nicht die Budgets, aber sie sind falsch verteilt. So werden etwa teure Tools angeschafft, ohne dass vorab Verantwortlichkeiten und die dahinterliegenden Prozesse geklärt wurden. Im schlimmsten Fall kommen sie am Ende gar nicht zum Einsatz.

Daten, die in Insellösungen schlummern

So sind es bei vielen Energieversorgern auch weniger fehlende Technologien, die die Transformation bremsen, sondern es ist das bröckelige Fundament darunter: Prozesse, die seit Jahrzehnten unverändert laufen und Daten, die in Insellösungen schlummern oder sogar noch manuell in Tabellen eingepflegt werden. Ein Beispiel: Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben werden in den Haushalten Smart Meter eingebaut. Die Datenaufbereitung dahinter erfolgt jedoch noch nicht automatisiert und dauert viel zu lange, um Verbrauchern auch tatsächlich Echtzeitdaten zur Verfügung stellen zu können.

Ebenso passt häufig im Hinblick auf die enorm angewachsene Bedeutung der IT die Unternehmensstruktur nicht mehr. Will heißen, die IT-Verantwortlichen stehen nicht im direkten Austausch mit der Geschäftsführung und es fehlt ihnen an Entscheidungsbefugnissen. Die Projekte werden einzeln direkt von den Fachabteilungen an sie herangetragen, sie haben keinen Gesamtüberblick und es fehlt ein handlungsfähiges Gremium für die Koordination und Priorisierung der Projekte. Ohne IT-Governance drohen zudem Insellösungen und eine Schatten-IT, weil Fachabteilungen IT-Lösungen ohne systematische Prüfung einkaufen.

Wie sich solche Fehler vermeiden lassen: Im vollständigen Beitrag stellen die Autoren ein strukturiertes Bewertungsmodell entlang drei zentraler Dimensionen vor – wirtschaftliche Wirkung, organisatorische Reife und strategische Passung – und zeigen, in welchen konkreten Schritten kleine und mittlere Stadtwerke ihre IT-Modernisierung angehen sollten. Den vollständigen Gastbeitrag erhalten Sie im Download.

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Quelle: Zeitung für kommunale Wirtschaft, September 2026

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Michael Brzoska
Senior Manager
Georgios Matthaiou
Senior Consultant

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