„Ich würde gerne neben dem Job meinen Master machen.“ Mit diesem Satz im Bewerbungsgespräch hat Lucas etwas in Gang gesetzt, von dem damals niemand wusste, dass es einmal ein eigenes Programm werden würde. Heute ist das „AXXCON Stipendium“ fester Teil unserer Weiterbildungslandschaft – und Lucas selbst hat seinen Master Business Consulting & Digital Management an der FOM Mannheim erfolgreich abgeschlossen. Aus seiner Masterarbeit sind inzwischen zwei Whitepaper entstanden, die bei AXXCON Teil unserer Beratungskompetenz im Stadtwerke-Umfeld sind.
Im Interview blickt Lucas auf seinen Doppel-Marathon aus Vollzeitjob und Studium zurück, berichtet von den Herausforderungen unterwegs und verrät, warum er diese Entscheidung bis heute keinen Tag bereut.
Du hast bereits im Bewerbungsgespräch den Wunsch geäußert, neben dem Job deinen Master zu absolvieren. Was hast du dir damals von dieser Kombination erhofft – und wie kam es dazu, dass AXXCON dich dabei auch finanziell unterstützt hat?
Nach dem sehr theoretischen Bachelor-Studium an der Uni Heidelberg war für mich klar, dass ich in die Berufspraxis einsteigen möchte. Den Master wollte ich trotzdem nicht auf der Strecke liegen lassen. Also habe ich mir für meinen Plan eines berufsbegleitenden Masters direkt bei der Bewerbung den Support von AXXCON per Handschlag ins Boot geholt. Es gab zwar zu dem Zeitpunkt noch kein Konzept dafür, aber AXXCON hat Wort gehalten: Zusammen mit meinem damaligen People Lead und HR haben wir einen fairen Weiterbildungsvertrag ausgearbeitet, der nun als Vorlage für alle Stipendien dient.
Aus deinem Wunsch nach einem berufsbegleitenden Master ist später das „AXXCON Stipendium“ entstanden. Was bedeutet es dir, dass heute auch andere KollegInnen von dieser Initiative profitieren?
Für mich ist dieser Umstand einer der Top-Gründe, warum ich so gerne bei AXXCON arbeite. In einem großen Konzern wäre die Initiative einer einzelnen jungen Person vermutlich kaum auf offene Ohren gestoßen.
Das Wissen, dass eigene Initiativen echte Chancen haben, realisiert zu werden, stärkt einen darin seine Ideen zu verfolgen. Dies hat sich auch später mit anderen erfolgreichen Ideen, wie z.B. dem Jobrad und dem Masterarbeits-Thema bestätigt.
Wie sah dein Alltag zwischen Projektarbeit und Studium aus – und wie ist es dir gelungen, beide Welten erfolgreich miteinander zu verbinden?
Ehrlich gesagt gar nicht so gut bin ich damit umgegangen. Mit dem Studium wurde mein Leben um einen weiteren Bereich zusätzlich zur Arbeit, dem Privatleben und dem Sport erweitert. Die richtige Balance zwischen meinen Verantwortlichkeiten zu finden war für mich sehr herausfordernd. Die Aufgaben des Studiums waren schwerer greifbar und weniger sozial eingebettet als mein Job und Privatleben. Darum war es nur zu einfach in Schlüsselmomenten dem viel spannenderen Arbeitsalltag oder dem deutlich belohnenderen Privatleben den Vorzug zu geben. Andere mögen das Talent haben hier viel Weitsicht zu agieren, aber wenn ich die Wahl zwischen einem interessanten Workshop-Brainstorming, einer sonnigen Rad-Trainingssession oder über 200 Folien „Grundzüge des deutschen IT-Rechts“ hatte, war es nicht immer einfach, die richtige Entscheidung zu treffen, auch wenn ich wusste, welche die vernünftigste wäre.
Welche Rahmenbedingungen und Unterstützungsangebote bei AXXCON haben dazu beigetragen, dass du den Master erfolgreich abschließen konntest?
Streng formal gesehen gab es sonst keine zusätzlichen Zugeständnisse für mich. Ich hatte genau die gleiche 40-Stunden-Woche wie alle anderen auch. Tatsächlich erfuhr ich aber Unterstützung, Verständnis und Zuspruch von allen Seiten bei AXXCON. Dies äußerte sich zum Beispiel darin, dass KollegInnen während Prüfungsphasen große Rücksicht auf meine Auslastung genommen haben. Verständnis für meine weniger zeitliche Flexibilität zeigten und mir auch mal der ein oder andere sehr frühe Feierabend verordnet wurde. Ich hatte das Gefühl, dass ganz AXXCON wirklich wollte, dass ich erfolgreich mein Studium absolvieren kann.
Gab es Momente, in denen du dachtest „Das schaff ich nicht“? – und wie hast du es geschafft, trotzdem am Ball zu bleiben?
Absolut. Aus bereits genannten Gründen habe ich in den ersten zwei Semestern immer mal wieder Prüfungen geschoben. Damit hatte ich mir im Februar 2024 ausreichend unangenehmes Defizit im Vergleich zum Studienplan angehäuft, sodass mir klar wurde, dass ich jetzt echt Gas geben muss, wenn ich das noch im zeitlichen Rahmen schaffen will. Also habe ich daraufhin unter signifikanten Verlusten von Schlaf und Lebensqualität in den folgenden acht Wochen die Prüfungen von zwei Semestern durchgedrückt. Hat letztendlich funktioniert, ist aber keine Empfehlung.
Aus deiner Masterarbeit ist die Whitepaper-Reihe „Stadtwerke im Umbruch“ entstanden – von den Handlungsempfehlungen bis zum Vorgehensmodell für die Umsetzung. Wie hast du den Schritt von der wissenschaftlichen Arbeit zum AXXCON-Content erlebt – und was war dabei besonders spannend?
Das ging eigentlich ganz einfach, weil die Masterarbeit von Anfang an auf das inhaltliche Portfolio von AXXCON abgestimmt war. Darum konnte ich Teilkapitel direkt übernehmen – herausgekommen sind zwei Whitepaper unter dem Titel „Stadtwerke im Umbruch“, die aufeinander aufbauen. Der erste Teil beantwortet das „Was“: Vor welchen sieben großen Marktanforderungen Stadtwerke bis 2035 stehen – von Regulatorik über Dekarbonisierung bis zum Fachkräftemangel – und wie ein Betriebsmodell über neun Dimensionen aussehen muss, um dem gerecht zu werden.
Der zweite Teil liefert das „Wie“: Ein Vorgehensmodell in fünf Phasen, von der ersten Analyse bis zum Start des Transformationsprogramms, ausgelegt auf rund sechs Monate. Das eigentlich Spannende war die Übersetzungsarbeit: Eine Masterarbeit lebt von Vollständigkeit und Belegen – ein Whitepaper davon, dass ein Entscheider nach ein paar Minuten weiß, was zu tun ist. Ich musste also gnadenlos rausdestillieren, was in der Praxis wirklich trägt. Aus dem großen akademischen Ungetüm etwas zu machen, mit dem unsere Kunden im Tagesgeschäft arbeiten können, hat sich richtig gut angefühlt. Das Feedback war super und hat mich bestätigt: In der Thesis steckt ein echter Wert, weit über dem akademischen Kosmos hinaus.
Welche Erkenntnisse aus deiner Masterarbeit begleiten dich bis heute in der Projektarbeit? Und wie hat das Studium deinen fachlichen Fokus bei AXXCON geprägt?
Zum einen das fachliche Wissen zum Change-, IT-Service- und Organisationsmanagement aus dem Studium, welches viele Konzepte und Methoden meiner Arbeit deutlich mehr Tiefe verliehen oder erweitert haben. Das hat mir im Verlauf des Studiums dabei geholfen, mich stärker auf das Thema Organisationsentwicklung zu konzentrieren und in diesem Bereich das Portfolio von AXXCON zu verbessern.
Mindestens genauso viel bin ich aber an den Herausforderungen gewachsen, die ein Studium neben dem Beruf ganz unabhängig von der Fachrichtung mit sich bringt: Am Ende hat es einiges an Zeitmanagement, Selbstdisziplin und geschicktem Jonglieren meiner Lebensbereiche von mir abverlangt, damit es am Ende funktioniert hat. Werde ich darum bei der nächsten Prüfungssituation zwei Wochen früher anfangen als noch vor dem Studium? Wahrscheinlich nicht, aber ein paar Tage früher bestimmt – und die reichen mir ja.
Welchen Rat würdest du neuen KollegInnen geben, die mit dem Gedanken spielen, sich für das AXXCON Stipendium zu bewerben?
Beginne, sobald du kannst – je früher, desto besser. Und wenn du dabei bist, schenke dem Studium immer die Aufmerksamkeit, die es braucht, egal wie spannend gerade alle anderen Dinge in deinem Leben sind.

